Haban Keramik

Die Volksgruppe der Habaner /sie waren Anabaptisten/ war gezwungen, wegen ihrer religiösen Lehren aus der Schweiz bzw. aus den Niederlanden zu flüchten. Ein Teil der Volksgruppe fand ihre Zuflucht in Oberungarn. Viele waren geschickte Töpfer und sie machten für die wohlhabenden Familien, die sie beherbergt haben, sämtliche Keramikgeschirre /Schüsseln, Krüge, bokály-Krüge, Wasser- und Gewürzbehälter/ gefertigt.

Die Habaner Töpfer haben die niederländischen /vor allem die Delfter/ Ornamentmotive mit sich gebracht. Diese wurden mit der zeitgenössischen ungarischen Ornamentik gemischt und so entstand dieser spezielle, auch in Europa einzige Motivschatz der Habaner.

Es ist charakteristisch, dass auf weiße glasierte Grundlage mit 4 Farben /ocker, grün, blau und mangan/ Tierfiguren, Blumen- und Pflanzenmotive gemalt haben. Später sind auch die so genannten Genrebilder erschienen. An fast allen Gegenständen sind Überschrifte (die Jahreszahl der Fertigung, der Name oder die Anfangsbuchstaben des Namens des Herstellers oder des Auftraggebers/.

Die Herstellungstechnologie hat ihren zeitgenössischen, manufakturalen Charakter bis heute verewigt. Die ausgebrannte Keramik wird mit Hand getaucht und dann auf die rohe Grundlage werden die Ornamentmotive vor dem zweiten Brand mit Handmalerei aufgetragen.

Die verwendeten Glasuren, Farben entsprechen den Vorschriften der Lebensmittelsicherheit, daher sind sie für die Lagerung und beim Verzehr von Speisen und Getränken geeignet.